Ende gut, alles gut
Die Nacht von dem ersten auf den zweiten Arbeitstag habe ich nicht geschlafen. Ich habe mir Gedanken über alles & jeden gemacht, mir Mut zugesprochen, dass es doch "nur" 3 Jahre sind. Doch morgens um 5 Uhr war ich hellwach, habe geweint, hatte ein drückendes Gefühl. Ich wollte nicht mehr dahin, ich wollte mich nicht demütigen lassen, vor den Kunden bloßgestellt werden. Ich sprach mit meinen Eltern darüber, die einen Abend zuvor nicht sehr erfreut waren, dass mein erster Tag gleich in einer Katastrophe mittleren Grades endete. Ich erklärte ihnen, dass ich auf keinen Fall da mehr arbeiten wollte, mir das Martyrium 3 Jahre geben lassen möchte. Zunächst wollten meine Eltern, dass ich noch die Woche probeweise gucken sollte, doch ich wollte um's Verrecken nicht mehr dort hin. So meinten meine Eltern, dass, sofern ich mich um eine andere Stelle bemühe, ich dort kündigen könnte, nur ich müsste das jetzt gleich & direkt von Angesicht zu Angesicht machen. Ich war nervös, denn wer kündigt schon nach dem ersten Tag? Ich kam auf der Arbeit an, bat meine (ehemalige) Chefin um ein 4-Augen-Gespräch. Ich erzählte ihr, dass das hier nicht das Richtige sei & ich gerne aufhören möchte. Ihre Reaktion darauf ließ mich erschrecken, denn lächelnd sagte sie nur: Ich rufe die Innung eben an. Schon verschwand sie aus dem Raum, griff zum Telefon & sagte nicht einmal Auf wiedersehen zu mir. Es war eine Sache von 2 Minuten. Angekommen am Auto erzählte ich meiner Mutter von diesem Erlebnis. Diese war so geschockt & wütend, dass sie meinem Vater im selben Atemzug anrief, um sich wutentbrannt über diese Person zu beschweren. Zuhause angekommen war ich sehr erleichtert diesen Druck los zu sein, einen Druck, den ich sonst nie kannte, egal in welcher Situation ich mich befand. Ob Vorstellungsgespräche, der Wechsel auf eine neue Schule, Praktika, nirgendwo. Auch empfand ich noch nie so eine Angst/Unlust irgendwo hinzugehen & das, obwohl ich 13 Jahre meines Lebens Schule hatte. Doch am Ende war alles wieder gut. Niemanden würde ich empfehlen dort zu arbeiten, egal was ist. Ich bin sehr erleichtert & hoffe, dass ich einen vernüftigen Griff mache & ich nie wieder solch eine Unlust in der Ausbildung empfinde.
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